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Informationen aus dem Stadtarchiv
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Burg und späterem Schloß Lichtenberg ab 814: |
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Von
dem einst mächtigen, stark befestigten und für den
hiesigen Bereich bedeutsamen Schloß bzw. vormaligen
Burg Lichtenberg mit dem Sitz einer reichsunmittelbaren
dynastischen Herrschaft, die die Stadt Lichtenberg
und die umliegende Landschaft umfaßte, sind Teile
der äußeren mit Schießscharten versehenen Festungsmauern
und der Zwingmauern, eine wiederentdeckte Zisterne
und der etwa 7 m hohe, achteckige Mauerstumpf des
einstigen Bergfrieds vorhanden.
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Die Freiherrn von Waldenfels - bedeutendste Herren der
Herrschaft: |
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Die bedeutendsten Herren von Schloß, Stadt und Herrschaft
Lichtenberg waren ohne Zweifel die Freiherrn von Waldenfels.
191 Jahre lang, von 1427 bis 1618, hatten sie diese
Stellung inne und residierten auch stets in Lichtenberg.
Sie entstammen einem alten fränkischen Adelsgeschlecht.
Die älteste bekannte Urkunde bezieht sich auf einen
Eberhard von Waldenfels, als dieser 1248 dem letzten
Herzog Otto von Meran eine Schenkung an das Kloster
Banz bezeugte.
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Von Christianisierung, Reformation und Kirche in Lichtenberg: |
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Über die Christianisierung Lichtenbergs ist nichts
Näheres bekannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgte
sie durch das Bistum Bamberg, das im Jahre 1007 von
Kaiser Heinrich II. gestiftet wurde. Einer der bedeutendsten
Bischöfe in dieser mittelalterlichen Zeit war Otto
der Heilige, der dieses Amt von 1103 bis 1139 innehatte.
Dieser sah seine Aufgabe vor allem in der Verbreitung
des Christentums. Ihr nahm er sich u.a. auch im Vogtland
an.
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Der Kriegszug der Nürnberger nach Lichtenberg im
Jahre 1444: |
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Die Stadt Lichtenberg war auch Sitz einer Herrschaft,
eines kleinen selbständigen Staatsgebildes, der von
1428 bis 1617 die Freiherrn von Waldenfels, ein altes
fränkisches Adelsgeschlecht, vorstanden. Als um die
Mitte des 15. Jahrhunderts zwischen dem Adel und den
großen Städten Feindseligkeiten ausbrachen, die bis
hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen führten,
wurden auch die Herren der Herrschaft Lichtenberg
in diesen Streit verwickelt.
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Die Zerstörung Lichtenbergs im Dreißigjährigen
Krieg: |
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Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war nicht
nur ein Religionskrieg zwischen dem Katholizismus
und dem Protestantismus, sondern auch ein politischer
Machtkampf unter Einmischung außerdeutscher
Mächte wie Schweden, Frankreich und Dänemark, wobei
Deutschland zum verwüsteten Schauplatz der kriegerischen
Auseinandersetzungen wurde. Etwa ein Drittel der Bevölkerung
ging verloren und die Bürger und Bauern waren größtenteils
verarmt.
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Die Brandverhütung in früherer Zeit in Lichtenberg: |
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Einer der größten Feinde Lichtenbergs war das Feuer.
Die enge städtische Bebauung und der Bestand an Häusern
aus Riegelfachwerk mit Schindelbedachung waren Grund
genug, gegen Brände, aus denen sich Brandkatastrophen
entwickeln konnten, in einem ganz besonderen Maße
Vorsorge zu treffen. Wie das in früherer Zeit geschah,
ist beispielsweise aus einer Feuerordnung der Landeshauptmannschaft
Hof vom 11. Juli 1785 zu ersehen.
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Der Getreidezehnt in der Herrschaft Lichtenberg: |
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Neben einer Reihe verschiedener Geldabgaben hatten
die Untertanen der Herrschaft Lichtenberg auch Naturalleistungen
zu erbringen. Hierzu gehörte der Getreidezehnt, der
nach einer besonderen "Zehntordnung" zu
leisten war. Er mußte von allem Getreide erbracht
werden. Hiernach durfte niemand seinen Acker selbst
auszehnten und ebenso das Getreide von zehntbaren
Feldern nicht eher aufladen, bis der verpflichtete
Zehnter den Zehnten genommen hatte.
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Das Brauwesen in Lichtenberg: |
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Mit dem Stadtrecht war auch das Brau- und Mulzrecht
in Lichtenberg verbunden. Ab wann aber dieses Recht
tatsächlich ausgeübt wurde, ist nicht bekannt. Hans
II. von Waldenfels, Herr von Schloß, Stadt und Herrschaft
Lichtenberg, bestimmte in seiner Begnadigungsurkunde
vom 1. Januar 1560 u.a., daß in der Stadt und außerhalb
derselben, also auch im übrigen Herrschaftsbereich,
fremdes Bier weder gekauft noch verkauft werden durfte.
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Das Lichtenberger Rathaus: |
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Wenn auch über den Ursprung des ersten Rathauses in
Lichtenberg nichts bekannt ist, so kann doch gesagt
werden, daß bereits im Jahre 1553 ein solches Gebäude
vorhanden war; denn den Zerstörungen von Schloß und
Stadt während des Bundesständischen Krieges durch
Heinrich Fürst Reuß von Plauen fiel u.a. auch das
Rathaus zum Opfer. Hans II. von Waldenfels, war zu
dieser Zeit ständig im Dienste seines Fürsten, des
Markgrafen Albrecht Alcibiades unterwegs.
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Erhard Bodenschatz - Komponist kirchl. Werke und evang.
Theologe: |
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Erhard Bodenschatz wurde 1576 in Lichtenberg geboren.
Bereits mit 10 Jahren kam er als Sängerknabe und Alumnus
(Zögling) an die Kantorei des Kurfürsten Christian
1. von Sachsen in Dresden, eine Erziehungs- und Bildungsstätte
für Knaben im christlichen Sinne. In der Vorrede zu
seiner vermutlich ersten Komposition, dem 1599 entstandenen
Magnifikat, schreibt er, daß er in des Churfürsten
Christian Kantorey zu Dresden in "exercitiis
musicis informieret worden" sei.
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Henri Marteau - weltberühmter Violinvirtuose, Ehrenbürger
der Stadt: |
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Henri Marteau wurde am 31. März 1874 in Reims in Frankreich,
der alten Krönungsstadt französischer Könige, geboren.
Während sein Vater Charles Marteau Franzose war und
in Reims eine gut florierende Spinnerei betrieb, stammte
seine Mutter Clara Schwendi aus Deutschland. Sie wurde
in Dresden geboren und war eine vorzügliche Pianistin.
In ihrem Elternhaus gingen das Ehepaar Clara und Robert
Schumann und Richard Wagner ein und aus.
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Der Bombenangriff auf Lichtenberg während des 2.
Weltkrieges: |
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Während des 2. Weltkrieges, am Freitag, dem 12. Mai
1944, kreisten am frühen Nachmittag 2 Pulks feindliche
Bombenflugzeuge in großer Höhe (etwa 5000 m) zweimal
über Lichtenberg. Sie kamen aus östlicher Richtung
von der Angerleite her. Der erste Pulk zählte etwa
250 Flugzeuge. Der zweite hatte eine Stärke von ca.
120 Flugzeugen. Es war ein heller sonniger Frühlingstag.
Plötzlich brach ein furchtbares Getöse und Geknatter
los.
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Die Höllentalbahn: |
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"Höllentalbahn" heißt der Streckenabschnitt der
früheren Bahnlinie von Hof nach Saalfeld bzw. nach
Triptis, der zwischen den Bahnhöfen Lichtenberg und
Hölle gelegen ist. Er führt durch das wildromantische
Höllental, eine sich einzigartig darbietende Naturschönheit
und eines der schönsten Engtäler Deutschlands. Den
wohl reizvollsten Teil dieser Strecke bilden der 160
m lange Kesselfelstunnel, der 35 m lange Kanzelfelstunnel
und die Straße durch das Höllental.
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Lichtenberg und die Zonengrenze: |
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Das wohl größte und folgenschwerste Unheil, das über
Lichtenberg hereinbrach, war die Errichtung der Zonengrenze
im Zusammenhang mit der im Jahre 1945 erfolgten Teilung
Deutschlands, die dadurch entstandene unmittelbare
Lage der Stadt an dieser Grenze und die länger als
40 Jahre anhaltende Dauer dieses Zustandes. Die Auswirkungen
und Folgewirkungen waren für sie besonders schwerwiegend.
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